Bayerns Innenminister Beckstein zu Gast bei extremistischer Türkengruppe


Beckstein bij de Nürnbergse wolven (foto: Hürriyet)
  Beckstein  
Bayerns oberster Verfassungsschützer, Innenminister Günther Beckstein, scheut auch direkten Kontakt mit Extremisten nicht. So feierte der CSU-Politiker am 29. November in Nürnberg mit Funktionären der örtlichen 'Türkischen Gemeinschaft' bei einem opulenten Mahl das Ende des Fastenmonats Ramadan. Stehend gedachte Beckstein mit seinen Gastgebern auch der Opfer der Terroranschläge in Istanbul - vor einem Bild des früheren Vorsitzenden der nationalistischen türkischen MHP-Partei, Alparslan Türkes. Die Nürnberger 'Türkische Gemeinschaft' gehört zur 'Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa' (ADÜTDF), die seit langem vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird. Die ADÜTDF gilt als ein Sammelbecken von MHP und den neofaschistischen Grauen Wölfen. Im Jahresbericht 2002 bescheinigt die Behörde der Truppe "latente Gewaltbereitschaft" und "einen übersteigerten türkischen Nationalismus mit rassistischen Zügen, verbunden mit der Herabsetzung ethnischer Minderheiten". Seinen Gastgebern sicherte Beckstein offene Gespräche über alle Fragen einer besseren Integration der Türken zu. Dass er mit Extremisten speiste, schien dem Christsozialen nicht bedenklich. "Das war kein politischer Termin", so ein Sprecher, "und auch keine politische Kundgebung."

Der spiegel, 13.12.03

Zie ook: Beckstein auf dem rechten Auge blind, persbericht fractie Bündnis 90 / Die Grünen in Beierse Landtag, 15 december 2003