Die Juden in der Türkei     (Welt-Dienst, juli 1934)


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Welt-Dienst, nummer 1/16, 15 juli 1934, pagina 2

(Welt-Dienst, Erfurt)   Die Juden in der Türkei
Unser Berichterstatter "Djev-" in Istanbul schreibt unterm 6. Juli:
"Die türkische Zeitung "Cumhuriyet", die in Istanbul erscheint, beschäftigte sich kürzlich mit der Judenfrage in der Türkei und kam dabei zu recht charakteristischen Festellungen. Der Blatt schreibt u.a., daß schon zur Zeit des Sultanates die Juden bei jeder Gelegenheit gegen die türkische Regierung gearbeitet und auch später, unter den Jung-Türken, ihre separatistische Tätigkeit für Palästina fortgesetzt hätten. In den Balkankriegen schreckten sie im Augenblick höchster Gefahr des Vaterlandes vor Hochverrat nicht zurück. Im Weltkrieg hätten sie bei den Dardanellen tausende von Freiwilligen an die gegnerische Front gesandt, um ihren Palästina-Traum zu verwirklichen. Man kenne zu gut die antitürkische Front eines Juden Theodor Herzl. Die Juden seien allerdings keine so offenen Feinde des Türkentums wie die Armenier, doch Arbeiteten sie unterirdisch uns seien darum noch viel gefährlicher.
Man spräche von Assimilation der Juden. - In hunderten von Jahren doch, seitdem die Türken den aus Spanien geflächteten Juden (den Spaniolen) Asyl gewährt hätten, seien dies noch nicht einmal so weit gekommen, die Türkische Sprache zu erlernen. Und wenn sie nun tatsächlich jetzt türkisch lernen würden, um als Türken zu gelten, was bewiese dies? In Deutschland sprächen die Juden seit langem deutsch, und trotzdem seien sie niemals wirkliche Deutsche geworden. Auch durch den heimlichen Boykott deutscher Waren, den die im Lande wohnenden Juden betrieben, schädigten sie die türkische nationale Wirtschaft und damit das Vaterland.
Ebenfalls in Istanbul erscheint die türkische Zeitung "Milli Inkilâp". Ihr Herausgeber, der Major a. D. Cefat Rifat Bey, ist gleichzeitig der Verfasser der im U. Bodung-Verlag, Erfurt, erschienenen spannenden Broschüre: "Die schöne Simi Simon", in der die jüdische Spionage an der türkischen Front während des Weltkrieges packend geschildert wird. (Preis 0.90 Rm.)
Auch die antijüdische "Milli Inkilâp" äussert sich sehr scharf gegen die Verjudung des türkischen Geschäftslebens. - Das Blatt schreibt in einem Artikel u.a., daß die Juden in Istanbul gegenwärtig in allen geschäftlichen Angelegenheiten der ersten Platz behaupten. Gegen diese Monopolisierung, die dem wahren Türkentum Schaden bereitete, müsse etwas unternommen werden. Man solle den Gründsatz: "Die Türkei den Türken" im eigentlichen Sinn des Wortes durchführen.
Der Jude ist eben in jedem Lande eine unangenehme, lästige, ja gefährliche und bösartige Erscheinung. Die Lösung der Judenfrage drängt auch in den nicht-arischen Ländern mehr und mehr zu einer Entscheidung.
Bemerkenswert ist noch, daß die Regierung, welche um die Dardanellen militärische Sicherungsmassnahmen zu ergreifen entschlossen ist, vor kurzem alle Juden aus Thrazien und dem Dardanellengebiete ausgewiesen hat. Begründung: politische Unzuverlässigkeit und Spionagegefahr.

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Antisemitisch gif van Cevat Rifat Atilhan